VOMAG-Stickautomat,   Foto: Jürgen Zorn
Plauener Spitze

 
Entstehung und Historie

Plauener Spitze hat ihre Wurzeln in einer jahrhundertealten Tradition der Herstellung von Textilien in und um Plauen.

 
Bereits 1881 wurde in Plauen im Zentrum der deutschen Spitzen- und Stickereiindustrie die maschinengestickte Tüllspitze erfunden. Sie ist durch die unternehmerische Leistung des Plauener Stickereifabrikanten Theodor Bickel eine Domäne Plauens geworden.
Unter dem Namen "Dentelles de Saxe" oder "Saxon Lace" oder "Plauener Lace" oder "Dentelles de Plauen" wurde dieses Erzeugnis auf den internationalen Märkten bekannt und bewirkte, daß das Schweizer Marktmonopol gebrochen wurde.
Plauen und das Vogtland wurden als selbständiges Stickereizentrum bekannt. Seither zählt die Plauener Spitze zu den erlesenen Kostbarkeiten anspruchsvoller Raumkultur und modischer Kleidung.
Der rasante wirtschaftliche Aufschwung der Spitzen- und Stickereibranche Ausgang des 19. Jahrhunderts fand am 18. August 1900 seinen krönenden Höhepunkt, als Plauener Stickereifabrikanten den Grand Prix der Weltausstellung in Paris für das Wunder der Plauener Musterung erhielten.
Einer langanhaltenden Prosperation bis in die zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts folgte ein nachfrage- und kriegsbedingter Niedergang der Plauener Spitze. Im Ergebnis des 2. Weltkrieges waren nahezu alle Stickereikapazitäten und Musterkollektionen zerstört.
Ab 1950 begann die Spitzen- und Stickereiindustrie, zunächst bestehend aus privaten Industrie- und Handwerksbetrieben, erneut auf den Märkten Fuß zu fassen. Trotz des Fehlens eines direkten Zugangs zum Weltmarkt wurde die Plauener Spitze 1963 bis 1989 mit 33 Goldmedaillen der Leipziger Messe ausgezeichnet.
1982 wurde Plauener Spitze auf 1400 Stickmaschinen produziert und in über 40 Länder exportiert.
Im Ergebnis der 1990 beginnenden Umwandlung der volkseigenen Betriebe in Kapitalgesellschaften und der damit einhergehenden Privatisierung sind derzeit über 70 Unternehmen in der Branche tätig und verkörpern damit ihre Konsolidierung.
 


Plauener Spitze findet heute als Dachmarke Verwendung für Raumtextilien wie Gardinen und Tischwäsche sowie Produkte der Damenoberbekleidung, Lingerie und Dessous. Das gesamte Spitzenangebot enthält Ätzstickereien, Tüllstickereien, Stoffstickereien, bestickte Gardinen, klassische Spitzendecken, Tapisserie, modische Accessoires, Taschentücher, Blusen und Kleider sowie Spitzen und Stickereien für die feine Damenunterwäsche.